Treberwürste // Tag

Archiv nach Tag
23 Jan

Reise zum Twanner «Schlössli»

Der Mensch sei ein Gewohnheitstier. Kennt man doch. Auch die Mitglieder der Seniorengruppe der Männerriege gehören dieser wohl nicht gerade vom Aussterben bedrohten Spezies an! Denn Jahr für Jahr, in der ersten Januarhälfte, heisst es: Besammlung morgens beim Bahnhöfli, Reise Richtung Westschweiz mit ÖV, Wanderung, je nach Witterung, durch die Rebberge oder dem See entlang, zwei Zwischenhalte zwecks Weinverkostung und Kafi mit Gipfeli, weiter zur frohen Einkehr in Ruff’s «Schlössli», Komplimente an Monika u.a. für die nette Bedienung, dann Essen, Trinken und Singen (Hit: Überall auf der Welt scheint die Sonne), Aufbruch und Heimkehr am frühen Abend.

Mit dem ÖV. Stets das bekannte, gleiche Ritual und alle kommen, alle mit grosser Vorfreude. Denn es warten im Kellergewölbe die Treberwürste, der Wein und der Marc aus Eigenkelterung. Seit der Jahrtausendwende gehört dieser Trip – unter der bewährten Regie von Fritz Scheurer – zum «Einlaufen» für die Grosstaten der anstehenden Turnsaison. Und was wäre da besser geeignet, als ein Anlass zur Festigung der Kameradschaft? So ging es via Bern nach Biel. Dann mit der Regionalbahn bis nach Tüscherz in den uns bestens bekannten «Sternen».

Auch dort wartete keine Überraschung, bediente uns doch wie gewohnt eine mittelprächtig geformte Brasilianerin. Nach dem allgemein als gut empfundenen Zwischenhalt nahmen die 20 munteren Seniorenturner frisch gestärkt den restlichen Weg bis nach Twann unter die Füsse.

 

Wir sind Könige

In nächster Umgebung des Bahnhofes liegt unser Ziel, das wir mit gestärkter Brust stolz ansteuerten. Schnöde liessen wir die Schönheiten des Dorfes links liegen. Der die Sinne berauschende Duft von Trauben, Rauch, Schnaps und Tresterdämpfe lotste uns zum «Schlössli» von Stephan Ruff. Ein Hauch aus alter Zeit umgab uns beim Durchschreiten des Torbogens zur Brennerei und dem anvisierten gemütlichen und rustikal eingerichteten Kellergewölbe. Wir fühlten uns sofort heimisch und pudelwohl. Alles war uns bekannt. Doch etwas fehlte. Es war Werner, der Seniorchef, er verstarb im letzten Jahr nur wenige Tage nach unserem Besuch. Nun führt Stephan, sein Sohn, den Betrieb weiter im gleichen Stil: Die Saucissons, nach wie vor von der allerbesten Sorte, der «Härdöpfusalat» einmalig speziell, der Wein, ob rot oder weiss mundete und der Marc verfehlte seine Wirkung in der Sauce und «pur» trotz genug Selbsterfahrung nicht.

  

 

 

Wir fühlten uns wie Könige, alle sind zufrieden. Genossen Essen und Trinken und wussten einander gar vieles zu erzählen. Leider verging die Zeit wie im Fluge. Nur all zu früh hiess es Aufbrechen zur Heimreise. Wir werden im nächsten Jahr sicher wieder kommen. Tradition soll man bekanntlich schützen.  

                                                                                                     Ernst Glur

30 Jan

Reise zu den Treberwürsten

Es war Freitag, 13. Januar. Soll man nun der „Brattig“, dem „Hinkenden Boten“ oder  dem „Hundertjährigen Kalender“ Glauben schenken, so soll an diesem Unglück verheissenden Tag nicht nur Erfreuliches auf die 17 Senioren der Männerriege STV Roggwil warten. Trotzdem ging es frohen Mutes – Datum und Wetterbericht stolz ignorierend – zu den sehnlichst erwarteten Treberwürsten an den Bielersee. Bis man allerdings in Twann zu Tische gebeten wurde, musste die muntere Schar unerwartete Hindernisse aus dem Wege räumen.

Noch bot die Zugfahrt wie gewohnt  keine nennenswerten Unannehmlichkeiten und auch der Kaffee samt Gipfeli und auch samt Wirtin – eine wohlgeformte junge Dame brasilianischer Provenienz – liessen im „Sternen“ in Tüscherz keine Wünsche offen.

 

 

Der Weisswein auch nicht. Denn das Wetter grollte uns. Regen, hin und wieder Schneefall und dazu ein zügiger Westwind liessen erstens eine Verlängerung des Kaffeehaltes, und zweitens eine Änderung der geplanten Wanderung von Tüscherz nach Twann als ratsam erscheinen. So ging es quasi  als „Kontermarsch“ wieder Richtung Biel. Nun der Wind im Rücken, liess es sich gemächlich wandern bis zum hauseigenen, ganz und gar „süffigen“ Weisswein  in der „Reblaus“.

Nach diesem Abstecher war der Bieler Hauptbahnhof per Bus das nächste Ziel. Hier bestiegen wir, wie zwei Stunden zuvor schon, wieder die Bahn. Erleichtert und ohne weitere nennenswerte Schwierigkeiten trafen wir dann pünktlich bei Werner Ruffs Taverne in Twann ein. Fünfeinhalb Stunden lagen schon hinter uns. „Das Unterwegsein ist wichtig, nicht das Ziel“, sagte schon ein gewisser Lao-Tse.

Akt der Höflichkeit

Glücklich und zufrieden angekommen in häuslicher Wärme und am „Schärme“, liessen wir es uns nun gemütlich sein. Der wohltemperierte Wein und die so sehnlichst erwarteten Treberwürste mit „Härdöpfusalat“ und Marc als Beilage, sowie die herzerfrischende Gastlichkeit von Monika, setzten sich rasch in gute Laune um und erheiterten unsere Gemüter.  Vergessen ist eine allfällige Chörnli- und Müesligesinnung. Fleisch resp. Wurst war fortan Trumpf und es gab davon genug, mehr als genug. So war’s denn lediglich ein Akt der Höflichkeit, dass alle das Angebot bis zur Neige nutzten. Schliesslich aber – einige Stunden später – mahnte Reiseleiter Fritz Scheurer in väterlicher Um- und Weitsicht und mit den bahnspezifischen Gepflogenheiten eng vertraut, zum Aufbruch. Heimwärts ging es dann via Biel und Solothurn. Der buchstäblich dem miesen Wetter entrissene erlebnisreiche Tag verlief wie gewohnt in allen Teilen zufrieden und herrlich. Wir versuchen es im nächsten Jahr jedenfalls wieder.                                                                                                                                      

                                                                                                            Ernst Glur

09 Jan

Männerriege STV Roggwil
Kulinarische Köstlichkeiten am Bielersee

Fritz herzlichen Dank für die hervorragende OrganisationFritz herzlichen Dank für die hervorragende Organisation

Fritz herzlichen Dank für die hervorragende Organisation

Eine dezent grau-braun getönte Landschaft mit dünnflüssiger Beimischung von oben liess bald klar werden, dass die 16 frohgemute Männerriegeler des STV Roggwil – plus ein Zugewandter aus der MR Melchnau – sich nicht bloss zu einer schlichten Wanderung beim Bahnhöfli Roggwil Dorf einfanden. Sie alle wussten aus einschlägigen Erfahrungen vergangener Jahre, dass trotz Wanderschuhe an den Füssen das Wandern an diesem speziellen Tag lediglich zu einer mehr oder weniger willkommenen Abwechslung verkommt. Ganz getreu dem Motto „ehret einheimisches Schaffen“, wurde nämlich das Schwergewicht auf die Verköstigung kulinarischer Köstlichkeiten „harter“ und flüssiger Erzeugnisse ausschliesslich lokaler Provenienz gelegt. Denn bereits zum 14. Mal stand an diesem 8. Januar das Treberwurstessen am lieblichen Bielersee auf dem Programm und das begann – wie könnte es auch anders sein? – mit der Bahnfahrt via Bern nach Biel.

Würste und „Härdöpfusalat“

Dieses köstliche Essen durften wir in einem gemütlichen Rahmen geniessen.Dieses köstliche Essen durften wir in einem gemütlichen Rahmen geniessen.

Dieses köstliche Essen durften wir in einem gemütlichen Rahmen geniessen.

Sture Blicke freudloser Gewohnheitstrinker ohne Sinn für Abwechslung verfolgten uns beim kurzen Städtetrip aus dem Innern des nahen „Bresil“. Denn für uns ging es zum willkommenen Kaffee- und Gipfelihalt. Noch war das Ziel aber längst nicht erreicht. So führte uns der Regionalzug dem See entlang an die Sprachgrenze, dann wenige Schritte und schon hiessen uns Robert und Lisbeth Andrey herzlich willkommen in ihrem schmucken Lokal in Schafis. Der Ausflug und zugleich der ganze Tag war gerettet! Die Sicht auf die Rebberge und den See war zwar schlecht, dafür war sie im Keller mit den übergrossen Weinfässern umso besser. Die so sehnlichst erwünschten Treberwürste samt lauwarmen „Härdöpfusalat“ erfüllten all die hoch gesteckten Erwartungen und Hoffnungen, und die diversen Wässerchen wärmten ach so wohltuend die alten Veteranenknochen. Sie wussten es zu schätzen; denn trotz leichtem, aber stetigem Regen ging es Stunden später auf Schusters Rappen nach Ligerz. Schon war aber auch das baldige Ende eines herrlichen Ausfluges absehbar.
Lieber Fritz Scheurer, wir danken Dir für diese Reise! Wir sind glücklich, weil wir nichts von diesem Tag bedauern oder missen möchten. Eine Schönwetterversicherung gibt es bereits. Bemühe Dich nicht, sie auf Deine Reisen auszudehnen. Bei Dir würde die grösste Rückversicherungsgesellschaft in Konkurs gehen – Reisen mit Dir sind nämlich auch bei Regen ein Genuss!

Ernst Glur

IMG_4375IMG_4375

 

X